„Dresden braucht eine Digitalisierung, die niemanden zurücklässt“ – Ergebnisse der Zukunftswerkstatt 2030
Am 30.01.2026 kamen Menschen verschiedener Generationen und Mitglieder des Stadtrats im Medienkulturzentrum zusammen, um gemeinsam Visionen für das digitale Dresden zu entwickeln. In einer dreistündigen Zukunftswerkstatt sammelten sie zunächst aktuelle Probleme, entwarfen Utopien für das Jahr 2030 und leiteten daraus konkrete nächste Schritte und Handlungsempfehlungen ab.
Die Ergebnisse sind jetzt als Zusammenfassung und als ausführlicher Bericht verfügbar.

Was die Teilnehmenden bewegt
In der Kritikphase wurde deutlich: Digitalisierung wird in Dresden bereits heute als ausgrenzend erlebt. Konkret benannt wurden etwa ausschließliche digitale Bezahlmöglichkeiten im ÖPNV, die ältere Menschen vor Probleme stellen. Auch Menschen mit Behinderungen und einkommensschwache Personen werden nach Einschätzung der Teilnehmenden zunehmend abgehängt.
Die mit Abstand höchste Priorität erhielt bei der Punkteabstimmung die Forderung nach einer zentralen städtischen Plattform für Bildung, Angebote und Bürgerbeteiligung – webbasiert, barrierefrei und auf Open-Source-Basis.
Drei Leitideen für Dresden 2030
Über alle Arbeitsphasen hinweg haben sich drei zentrale Botschaften herauskristallisiert:
- Digitalisierung als öffentliches Gut: Freies Internet, Open Source, eine öffentliche Plattform statt kommerzieller Insellösungen. Die Teilnehmenden wünschen sich, dass die Stadt digitale Infrastruktur als Daseinsvorsorge begreift – ähnlich wie Straßen oder Bibliotheken.
- Niemand darf zurückbleiben: Analoge Alternativen, Barrierearmut, Mehrsprachigkeit, Leichte Sprache. Digitalisierung darf nicht neue Ausschlussmechanismen schaffen.
- Bildung gestalten, nicht nur Technik bereitstellen: Die größte Sorge gilt nicht der fehlenden Technik, sondern der fehlenden Kompetenz – bei Lehrkräften, bei älteren Menschen und im Umgang mit Desinformation und Künstlicher Intelligenz.
10 Empfehlungen an den Stadtrat:
Aus den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt wurden zehn konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet – von der zentralen Plattform für Bildungs- und Kulturangebote über eine Analog-Garantie für kommunale Dienstleistungen bis hin zur Förderung von Open-Source-Softwareentwicklung. Der vollständige Bericht wird dem Stadtrat übergeben.
Rolle des Medienkulturzentrums:
Die Teilnehmenden haben dem Medienkulturzentrum eine zentrale Rolle zugewiesen: als Partner, Raum und Ort für Kooperationen wie den Technikbotschaftern, der Dresdner Seniorenakademie, der Volkshochschule Dresden, der Städtischen Bibliotheken, dem Chaos Computer Club Dresden, der Volkssolidarität. In den Zukunftsszenarien wurde das Bild von „mehr Medienkulturzentren“ als Sinnbild für solche Orte laut – das Medienkulturzentrum wird als Modell für ein dezentrales Netzwerk digitaler Lernorte gesehen.
Dokumente zum Download:
Ergebnisbericht Zukunftswerkstatt Dresden (pdf, 8 Seiten)- der vollständige Bericht mit allen Ergebnissen und zehn Handlungsempfehlungen
Zusammenfassung auf einer Seite (pdf, 1 Seite) – die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse werden dem Stadtrat übergeben und bilden die Grundlage für Folgegespräche. Die Wünsche an das Medienkulturzentrum werden nach Möglichkeit durch Ausbau der Kooperationen und in der Programmplanung in den verschiedenen Projekten berücksichtigt.
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen oder möchten sich einbringen? Melden Sie sich gerne bei uns:
Kristina Richter | richter@medienkulturzentrum.de
Die Zukunftswerkstatt Dresden wurde durchgeführt von Rüdiger Fries und Kristina Richter und fand im Rahmen des Projekts SCHNITT:STELLE Reaktanz statt.