Wir haben die Social Networks Services unter den folgenden Gesichtspunkten bewertet:

***** = sehr gut, **** = gut, *** = mittelmäßig, ** = schlecht, * = miserabel
| Datenschutz | Transparenz | Nutzerfreundlichkeit | |
| Myspace | **** | *** | **** |
| SchuelerVZ/StudiVZ | **** | *** | **** |
| **** | *** | ** | |
| Ning.com | *** | *** | **** |
| Kaioo | **** | ***** | **** |
| Lokalisten | *** | **** | **** |
| Dampfer.net | * | * | ** |
| Willste quatschen | ** | *** | *** |
| Funkysexycool | * | * | * |
Mit dem speziellen Fokus auf Musik besitzt MySpace ein Alleinstellungsmerkmal unter den Communities. Fast jede Band, SängerIn oder andere MusikerIn besitzt ein MySpace-Profil, das anfangs oft als Ersatz zur eigenen Homepage oder als Sprungbrett für eine Karriere dient. Doch unter den 180 Millionen Usern verbergen sich inzwischen auch zahlreiche SchauspielerInnen und andere Berühmtheiten. Der Antrieb für Privatpersonen ist meist nur, das „Freunde werden“ mit eben diesen Persönlichkeiten der Musik- und Filmbranche – aktuelle Songs und Videos sind nämlich für jeden – auch nicht-Angemeldeten verfügbar.
Mit StudiVZ haben die Entwickler die Gunst der Stunde genutzt. Das schon seit 2004 bestehende Studentennetzwerk Facebook aus den USA, Kanada und Großbritannien wurde kurzerhand adaptiert und auf Deutschlands Studenten losgelassen. Der Rest ist Geschichte. Trotz zahlreicher Probleme und Anschuldigungen zum Missbrauch des Datenschutzes und der Weitergabe an Dritte, nahmen die Nutzerzahlen stetig zu. Die neuen AGB, die Anfang 2008 veröffentlicht wurden, sollten es der Firma StudiVZ Ltd. erlauben, personalisierte Werbung auf den Profilen zu schalten. Das – wie auch jede andere Einstellung zur Veröffentlichung von Daten, Fotos, etc. – kann aber jeder Nutzer selbst beeinflussen. Fazit: Solange ich mir bewusst bin, welche Daten von mir für jeden im Internet sichtbar sind, ist StudiVZ eine nutzerfreundliche Community.
Wer sich bei Facebook neu anmeldet, wird zunächst etwas wild auf der Plattform herum klicken, um sich zurechtfinden. Wo kann ich jetzt meine Freunde suchen? Wo sehe ich mein eigenes Profil und meine Nachrichten? Nach einiger Zeit, in der man einmal jede Seite durchgeblättert hat, wird es etwas transparenter und es lassen sich zumindest die einfachen – und wesentlichen Funktionen – nutzen. Außerdem hat man als User die komplette Kontrolle über die Veröffentlichung seiner Daten. Im Gegensatz zu vielen anderen Social Networks weist Facebook außerdem ausdrücklich daraufhin, dass das Profil lediglich deaktiviert und nicht gelöscht werden kann.
Warum? Das komplette Löschen des Profils ist nie möglich, da durch die Datenbank-Struktur andere Kontakte und Profile, Fotos, Einträge etc. an dem jeweiligen Benutzer "hängen". Somit ist es im Moment tatsächlich nicht möglich, einzelne Nutzer zu löschen, ohne dabei Datenverluste anderer Profile zu verhindern.
Manko: Es gibt zu viele Anwendungen externer Entwickler, die die Nutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit beeinträchtigen.
Das ist, in Zeiten wo Social Networks wie Pilze aus dem Boden schießen, durchaus eine Innovation. Warum einem Netzwerk beitreten, wenn nicht jeder sein eigenes auch selber aufbauen kann. Tatsächlich funktioniert diese Idee und es gibt nicht nur 160.000 „Ein-Mann-Netzwerke“, sondern auch viele mit weit mehr als 1000 Mitgliedern. Bedenken muss man dabei nur, das immer eine Person das Netzwerk gegründet und damit auch die Möglichkeiten hat, User-Informationen zu sammeln und auszuwerten. Dass man sich bei Ning quasi postalisch abmelden soll (wenn man seinen Account löschen möchte), klingt fast wie ein schlechter Scherz.
Wer transparent und einfach „sozial netzwerken“ und gleichzeitig helfen will, die Welt ein Stückchen zu verbessern, der ist bei kaioo genau richtig. Ein simples, klar geregeltes Social Networking System mit „gutem Karma“ könnte man sagen. Da die Betreiber kein kapitalorientiertes Unternehmen am Laufen halten müssen, sind dort die Nutzerdaten (im Vergleich) relativ gut aufgehoben. Das Projekt kaioo steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und kann sich in puncto Funktionsumfang noch nicht mit anderen getesteten Netzwerken messen.
Das, was die Betreiber ursprünglich für sich selbst und ihren Freundeskreis der Mitt30er erschufen, hat in einigen Städten Deutschlands eine breite Menge an Nutzern nach sich gezogen. Die Grundidee in München war, ein Netzwerk zu schaffen, in dem sich alte Freunde „online“ treffen, in Kontakt bleiben, sich austauschen und hin und wieder auf interessante Veranstaltungen hinweisen können . Das „Charmante“ an Lokalisten ist, dass man deutschlandweit Kontakte knüpfen und halten kann, aber trotzdem der starke regionale Fokus bestehen bleibt. Die Plattform bietet seinen Nutzern relativ gute Transparenz und Nutzerfreundlichkeit, im Bereich eigene Kontrolle über Datenschutz wäre es aber wünschenswert, wenn der Nutzer selbst entscheiden kann, wem er/sie seine Videos und Fotos zugänglich macht.
Diese Community bietet ihren jugendlichen Nutzern leider keinerlei Serviceleistungen bezogen auf Datenschutz, Transparenz und Nutzerfreundlichkeit. Das, was andere Betreiber wie z.B. StudiVZ mittlerweile verstanden haben, ist bei Dampfer.net noch nicht angekommen. Standards, wie Datenschutz-Funktionen, Werbung-Stopper oder Profil -Erweiterungen müssen als Zusatztools oder sogar erst, wenn man Superdampfie ist, mit sogenannten „Dampfkesseln“ käuflich erworben werden. Wenn dich trotzdem nichts davon abhält, Teil dieser Community zu werden, solltest du darauf achten, dass dir nicht das Geld aus der Tasche gezogen wird und du nicht zu viele Details von dir Preis gibst.
WillsteQuatschen ist die Singlebörse unter den Social Networks – mit über der Hälfte der Nutzern aus Sachsen ist die Chance damit sogar noch relativ groß, jemanden aus seiner Umgebung kennenzulernen. Und da ist auch schon Schluss mit den Vorteilen dieser Flirt-Plattform. Denn in Sachen Datenschutz und den eigenen Möglichkeiten, sein Profil nur bestimmten Nutzergruppen zugänglich zu machen, steht WillsteQuatschen mit in den hinteren Rängen.
Also: Lieber den Rechner aus, nach draußen gehen und euren Nachbar fragen:"Willste quatschen?!"
Diese Community funktioniert kostenaufwändig über das Handy als auch herkömmlich über das Internet daheim. Funky, sexy und cool sind aber keineswegs die AGB und Datenschutzbestimmungen, in denen die Betreiber nach eigenem Ermessen die Daten ihrer User gezielt für Werbung verwenden können. Ob sich die „Community to go“ damit durchsetzen wird, ist also eher fraglich.